|
Unser pädagogisches Konzept. Wenn Sie
sich das Konzept lieber in Ruhe durchlesen
wollen, können Sie auch die PDF-Version dieses
Konzeptes herunterladen und ausdrucken. Dazu
benötigen Sie das Programm Acrobat® Reader®, das Sie
auf der Webseite der Firma Adobe®
herunterladen können, wenn es noch
nicht auf Ihrem Computer installiert ist.
Inhalt:
- Elternmitarbeit
- Behinderte Kinder
- Ausländische Kinder
- Ernährung
- Raumteilende Pädagogik
- Babies und Kleinkinder
- Sexualität
- Geschlechtsspezifische Sozialisation
- Waffen und Kriegsspielzeug
- Umwelterziehung
- Einrichtung
- Durchsichtigkeit der Arbeit
Wir wollen keine Mitarbeit der Eltern bei der täglichen Versorgung der
Kinder (essen kochen, putzen etc.). Für diese Aufgaben möchten wir in
der ersten Zeit eine Mitarbeiterin einstellen und stundenweise
bezahlen (ca. 3 Std. pro Tag). Wir werden hierfür auch noch andere
Möglichkeiten überprüfen, z.B. die Möglichkeit, eine ASS-Stelle
o.ä. zu schaffen.
Zur Elternmitarbeit gehört Instandsetzen und Instandhalten der
Aussenfläche, Ausbau der Räume sowie die regelmäßige Wartung der
Spielgeräte.
Alle vier Wochen findet ein Elternabend statt; die Teilnahme daran ist
für alle Eltern verpflichtend. An den Elternabenden wird über die
Probleme der Kinder, Fortschritte, Zusammenspiel der Kinder
etc. gesprochen. Es ist eine pädagogische Versammlung. Bei
Schwierigkeiten einzelner Kinder im Kinderladen müssen Eltern auch
bereit sein, im Rahmen des Elternabends über diese Problematik zu
sprechen.
Es ist wünschenswert, offen über die Entwicklung der einzelnen Kinder
zu sprechen, auch Situationen von zu Hause mit Eltern und
ErzieherInnen zu gewährleisten und das Kind in der Gesamtheit
ernstzunehmen und zu fördern.
Immer dazwischen, auch einmal im Monat, findet eine offene
Vorstandssitzung statt, zu der alle Mitglieder des Vereins eingeladen
sind. Diese hat die Aufgabe, alle mit dem Kinderladen
zusammenhängenden organisatorischen Fragen zu bearbeiten und
Elterneinsätze zu planen und zu koordinieren. Desweiteren sollte der
Vorstand, aber auch alle Mitglieder des Vereins daran interessiert
sein und sich dafür einsetzen, immer wieder neue Finanzquellen zu
erschliessen.
zum Seitenanfang
Prinzipiell verstehen wir uns als integrative Einrichtung, d.h. wir
sind auch bereit, behinderte Kinder in unsere Gruppe zu
integrieren. Aufgrund der damit zusammenhängenden Stellenanträge für
eine zusätzliche Pflegekraft stellen wir diese Frage zurück, bis der
"normale" Betrieb unseres Kinderladens aufgebaut und geregelt ist.
zum Seitenanfang
Ausländische Kinder sind in unserem Kinderladen genauso willkommen wie
deutsche Kinder.
zum Seitenanfang
Grundsätzlich gibt es im Kinderladen eine vegetarische
Vollwerternährung. Den Kindern sollen keine Süßigkeiten mit in den
Kinderladen gegeben werden, darauf ist auch bei besonderen Anlässen
(z.B. Kindergeburtstagen) zu verzichten. Eine Ausnahme bildet hier der
Geburtstagskuchen nach der Absprache mit den Erzieherlnnen. Hier sind
die ErzieherInnen gefordert, sich Alternativen zu überlegen
(z.B. Weihnachtskalender als Spielekalender etc.).
zum Seitenanfang
Wir sind der Meinung, daß es für Kinder genausowenig wie für
Erwachsene wünschenswert ist, in einer überschaubaren Großgruppe zu
leben. Kinder brauchen Rückzugsmöglichkeiten. Den ganzen Tag in einer
Großgruppe überfordert vor allem die ganz kleinen Kinder und löst
Unruhe und Streß aus. Möglichkeiten, sich alleine oder in einer
Kleingruppe zurückzuziehen und zu spielen, von einer geschützten Höhle
aus zu beobachten, was im Raum passiert, schafft die nötige Ruhe und
den Ausgleich für Aktivitäten mit der ganzen Gruppe. Diese
Rückzugsmöglichkeiten beinhalten auch, sich der Aufsicht der
Erwachsenen ganz oder teilweise entziehen zu können.
Wenn wir an unsere eigene Kindheit denken,haben wir uns nicht auch
damals besonders die Spiele fasziniert, die wir im ´´Verborgenen´´
gespielt haben. Wer hat sich keine Höhle gebaut, ist in Nischen,
Schränke oder unter die Eckbank geklettert, um von hier aus zwar die
Erwachsenen beobachten, aber selbst nicht gesehen werden zu
können. Doktorspiele ohne die Aufsicht der Erwachsenen war für mich
eines der faszinierendsten Spiele, und ich denke für alle anderen
auch. Diese Möglichkeiten sollen die Kinder in unserem Kinderladen
schon durch die Planung der Räume bekommen.
Abgeteilte Nischen, Ecken, Höhlen durch Trennstellwände, Tücher,
Decken, Rollos etc. sollen zu der täglichen Erfahrungswelt der Kinder
gehören, die Möglichkeiten des selbstgewählten Spiels in Kleingruppen
beinhalten. Ziehen sich die Kinder zurück, und bauen eine
uneinsichtige Höhle, so werden sie von den ErzieherInnen unterstützt
und auch alleingelassen, nicht kontrolliert, bis sie von selbst wieder
zum Rest der Gruppe finden. Eine andere wichtige Raumerfahrung sehen
wir darin, daß die Kinder die Möglichkeiten haben, ihre räumliche
Umgebung selbst umzugestalten und zu verändern, um dadurch wieder
andere, neue Raumerfahrungen zu machen. Trennwände können umgebaut
werden, Tische verrückt und neu zusammengesetzt werden.
Wie in den Räumen des Kinderladens gilt es auch mit dem
Außengelände. Die Kinder können sich im Garten frei bewegen, ohne
ständig von den Erwachsenen beaufsichtigt zu werden. Genauso wichtig
wie der Rückzug sind jedoch Plätze, an denen sich die gesamte Gruppe
trifft, um gemeinsam zu spielen, eine Geschichte zu hören, den Tag
gemeinsam zu beginnen, zu planen, um ein Gruppengefühl für alle
Mitglieder der Gruppe zu entwickeln. Diese Plätze sind die Mitte der
Einrichtung, von der aus sich immer neue Kleingruppen mit wechselnden
Spielpartnern bilden. Diese Möglichkeit verhindert auch den Ausschluß
einiger weniger in Abgrenzung zu den anderen.
Weg vom Sitzkindergarten hin zum Bewegungskindergarten
Kinder haben ein hohes Bewegungsbedürfnis und diesem wollen wir in
unserer Einrichtung Rechnung tragen. Das Bewegungsbedürfnis ist ein
ganzheitliches, etwas wodurch der ganze Organismus, die Sinne, das
Gefühl, der Intellekt des.Menschen angesprochen werden.
Räume sind keine uniform gefüllten Leerräume, sondern selbst
Bewegung. Sie müssen Gegensätze widerspiegeln, wie hell -- dunkel,
groß -- klein, weit -- eng, hoch -- tief, oben -- unten, gerade --
winklig. Durch den Wechsel und Wandel der Zustände werden Erfahrungen
gemacht.
zum Seitenanfang
Sie sollten immer nur in solche Positionen gelegt, gesetzt
etc. werden, in der sie auch die größte Bewegungssicherheit haben. Ist
die Voraussetzung erfüllt, lernen sie ganz von selbst immer den
nächsten Schritt.
Rückenlage -- Bauchlage -- Sitzen ... Alle Kinder durchlaufen die
gleichen Entwicklungsstufen in der gleichen Reihenfolge, nur nicht zur
gleichen Zeit. ErzieherInnen sind aufgefordert, die Kinder hierin zu
unterstützen und sie nicht durch gutgemeinte ´´Überforderung´´ in
ihrer Entwicklung zu hemmen (z.B. hinsetzen, damit ein Kind mehr
sieht, bevor es die Bewegungssicherheit hat und selbst sitzen kann und
sich aus dieser Lage nach Belieben auch wieder in die Krabbellage
drehen kann).
Umgang mit körperlichen Auseinandersetzungen, Altersdifferenzierung -
Auseinandersetzungen gleichaltriger Kinder auch dulden. Bei
ungleichwertigen Auseinandersetzungen sich auf die Seite der
Schwächeren stellen, immer wieder versuchen, zu anderen
Konfliktlösungsmöglichkeiten anzuleiten (z.B. was möchtest du und was
möchtest du, und was können wir da machen?). Kinder auch Antworten
selbst finden lassen. Kleinkinder sind keine Schmusepuppen für
Größere. Auch hier gilt es, sich konsequent auf die Seite der Kleinen
zu stellen und den Größeren klarzumachen, daß auch diese ein Recht auf
selbstbestimmtes Spiel haben und schmusen nur erlaubt ist, wenn beide
Seiten das auch wollen.
Bei extremen Erfahrungen mit aggressiven Kindern werden Gespräche
zwischen ErzieherInnen und Eltern geführt, um eventuelle Ursachen zu
finden und gemeinsam mit den Kindern andere Ausdrucks- und
Durchsetzungsmöglichkeiten zu finden.
zum Seitenanfang
Kinder sind sexuelle Wesen und diesem gilt es in unserem Kinderladen
Rechnung zu tragen. Körperspiele, Interesse am eigenen Körper und dem
des anderen Geschlechts sollen möglich und erlaubt sein. Aber auch
hier gilt: die Grenzen setzt das jeweilige Kind selbst und diese sind
absolut zu respektieren. ErzieherInner müssen ein Gespür dafür
entwickeln und sich bei Bedarf auf die Seiten der schwächeren Kinder
stellen und deren Interessen durchsetzen.
Nacktheit ist etwas ganz natürliches und dieses Gefühl gilt es unseren
Kindern soweit wie möglich auch zu erhalten. Aufforderungen zum
Anziehen müssen objektiv begründbar sein (zu kalt --
Erkältungsgefahr).
Bei Doktorspielen im Verborgenen sind keine Gegenstände erlaubt
(Verletzungsgefahr).
Probleme und Fragen, die mit der Sexualität zusammenhängen, sollen im
Kinderladen durch Rollenspiele und ehrliches und kindgerechtes
Antworten gefunden werden.
zum Seitenanfang
Kinder in ihrer Persönlichkeit ernstzunehmen heißt, alle ihre Anteile
wahrzunehmen und zu fördern und sie nicht schon früh auf die ihrem
Geschlecht zugeschriebenen Fähigkeiten und damit auf ihre spätere
Rolle als Mann oder Frau festzulegen. So gesehen gibt es keine Jungen-
und Mädchenspiele, sondern nur Kinderspiele.
ErzieherInnen sind dazu angehalten, sich immer wieder dieses Thema
bewußt zu machen und bei schon stark rollengeprägten Kindern diese
durch Gruppenspiele auch mal zu ermuntern, andere Spiele zu spielen
oder andere Rollen einzunehmen (kein Zwang). Wir verstehen darunter
aber keinen Umkehrschluß, z.B. Mädchen besonders zu körperlichen
Auseinandersetzungen zu ermutigen, die Puppenecke wegzulassen und nur
mit Bauklötzen zu bauen, sondern viele unterschiedliche Spiele und
Rollen zu gewinnen. Dazu gehören auch Spiele, die sich speziell mit
diesem Thema auseinandersetzen, die Rollenverteilung in Frage stellen
und neue auszuprobieren.
zum Seitenanfang
Unser Kinderladen ist eine waffenfreie Zone. Eltern werden angehalten,
ihren Kindern solche Spielsachen nicht mit in den Kinderladen zu
geben. Beim Umgang mit den immer wieder auftretenden peng-peng-Spielen
sollen die ErzieherInnen ihre Positionen darstellen, warum sie
Probleme mit Waffen haben etc., und die Kinder immer wieder zu anderen
Spielen ermutigen. Ein grundsätzliches Verbot dieser Spiele ist wenig
hilfreich, denn dann finden die Kinder die Möglichkeit, diese im
Geheimen zu spielen und eine Auseinandersetzung mit diesem Thema ist
mit den Kindern nicht mehr möglich.
zum Seitenanfang
Auch dies ist ein Thema für den Kinderladen. Kinder sollen lernen,
eine positive Beziehung zur Umwelt aufzubauen. Müll, wie Plastikbecher
etc., kann gesammelt werden und die Kinder können daraus wieder etwas
wertvolles herstellen, z.B. Rasseln etc. Glasflaschen, Altpapier und
Biomüll können gesammelt und mit den Kindern gemeinsam zum
nächstliegenden Container bzw. auf den Kompost gebracht werden. Der
Phantasie der ErzieherInnen sind keine Grenzen gesetzt. Ebenso sollen
die Kinder im Laufe ihrer Kinderladenzeit die nähere und weitere
Umgebung ihres Kinderladens kennenlernen und sich darin
auskennen. Auch hier gibt es vielfältige Möglichkeiten der Umsetzung
(Leben in Marten etc.).
zum Seitenanfang
Allen o.g. Vorstellungen muß auch durch die Einrichtung und die
Auswahl des Spielzeugs Rechnung getragen werden. Bilderbücher mit
Mädchen in Hauptrollen gehören genauso zur Ausstattung wie umgekehrt
(sind auch mit allen Kindern gemeinsam zu nutzen).
Ebenso wie Bücher zur Sexualität, auf die Welt kommen etc. Gegenstände
des täglichen Bedarfs sollen die Kinder benutzen und lernen, damit
umzugehen. Sie haben den gleichen Spielwert wie vorgefertigtes
Spielzeug.
Naturmaterialien zum Basteln und Bauen ebenso wie Duplosteine.
Überhaupt sollen viele Sachen vorhanden sein, aus denen die Kinder
selbst etwas herstellen können.
zum Seitenanfang
Durch regelmäßige Elternabende findet ein Austausch zwischen den
ErzieherInnen und den Eltern statt. Desweiteren sehen wir die
Möglichkeiten darin,daß Ergebnisse der Kinder aufgehängt oder mit nach
Hause genommen werden. Die Vorbereitungen und Planungen von
gemeinsamen Festen und Ausflügen tragen auch zu einem Gruppengefühl
und zu einem besseren Austausch zwischen Eltern und ErzieherInnen bei.
Bilderbücher, die die Kinder zur Zeit besonders beschäftigen, dürfen
über Nacht mit nach Hause genommen werden (eintragen in einen
Plan). So sehen die Eltern, welche Geschichten ihre Kinder zur Zeit
besonders gerne hören und auch dies trägt ein Stück mehr zur
Durchsichtigkeit der Arbeit bei, aber auch für die Kinder zu einer
besseren Verbindung zwischen zu Hause und dem Kinderladen.
zum Seitenanfang
|