Elterninitiative KiCo e.V.


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Unser pädagogisches Konzept. Wenn Sie sich das Konzept lieber in Ruhe durchlesen wollen, können Sie auch die PDF-Version dieses Konzeptes herunterladen und ausdrucken. Dazu benötigen Sie das Programm Acrobat® Reader®, das Sie auf der Webseite der Firma Adobe® herunterladen können, wenn es noch nicht auf Ihrem Computer installiert ist.

Inhalt:

  1. Elternmitarbeit
  2. Behinderte Kinder
  3. Ausländische Kinder
  4. Ernährung
  5. Raumteilende Pädagogik
  6. Babies und Kleinkinder
  7. Sexualität
  8. Geschlechtsspezifische Sozialisation
  9. Waffen und Kriegsspielzeug
  10. Umwelterziehung
  11. Einrichtung
  12. Durchsichtigkeit der Arbeit


1. Elternmitarbeit

Wir wollen keine Mitarbeit der Eltern bei der täglichen Versorgung der Kinder (essen kochen, putzen etc.). Für diese Aufgaben möchten wir in der ersten Zeit eine Mitarbeiterin einstellen und stundenweise bezahlen (ca. 3 Std. pro Tag). Wir werden hierfür auch noch andere Möglichkeiten überprüfen, z.B. die Möglichkeit, eine ASS-Stelle o.ä. zu schaffen.

Zur Elternmitarbeit gehört Instandsetzen und Instandhalten der Aussenfläche, Ausbau der Räume sowie die regelmäßige Wartung der Spielgeräte.

Alle vier Wochen findet ein Elternabend statt; die Teilnahme daran ist für alle Eltern verpflichtend. An den Elternabenden wird über die Probleme der Kinder, Fortschritte, Zusammenspiel der Kinder etc. gesprochen. Es ist eine pädagogische Versammlung. Bei Schwierigkeiten einzelner Kinder im Kinderladen müssen Eltern auch bereit sein, im Rahmen des Elternabends über diese Problematik zu sprechen.

Es ist wünschenswert, offen über die Entwicklung der einzelnen Kinder zu sprechen, auch Situationen von zu Hause mit Eltern und ErzieherInnen zu gewährleisten und das Kind in der Gesamtheit ernstzunehmen und zu fördern.

Immer dazwischen, auch einmal im Monat, findet eine offene Vorstandssitzung statt, zu der alle Mitglieder des Vereins eingeladen sind. Diese hat die Aufgabe, alle mit dem Kinderladen zusammenhängenden organisatorischen Fragen zu bearbeiten und Elterneinsätze zu planen und zu koordinieren. Desweiteren sollte der Vorstand, aber auch alle Mitglieder des Vereins daran interessiert sein und sich dafür einsetzen, immer wieder neue Finanzquellen zu erschliessen.

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2. Behinderte Kinder

Prinzipiell verstehen wir uns als integrative Einrichtung, d.h. wir sind auch bereit, behinderte Kinder in unsere Gruppe zu integrieren. Aufgrund der damit zusammenhängenden Stellenanträge für eine zusätzliche Pflegekraft stellen wir diese Frage zurück, bis der "normale" Betrieb unseres Kinderladens aufgebaut und geregelt ist.

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3. Ausländische Kinder

Ausländische Kinder sind in unserem Kinderladen genauso willkommen wie deutsche Kinder.

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4. Ernährung

Grundsätzlich gibt es im Kinderladen eine vegetarische Vollwerternährung. Den Kindern sollen keine Süßigkeiten mit in den Kinderladen gegeben werden, darauf ist auch bei besonderen Anlässen (z.B. Kindergeburtstagen) zu verzichten. Eine Ausnahme bildet hier der Geburtstagskuchen nach der Absprache mit den Erzieherlnnen. Hier sind die ErzieherInnen gefordert, sich Alternativen zu überlegen (z.B. Weihnachtskalender als Spielekalender etc.).

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5. Raumteilende Pädagogik

Wir sind der Meinung, daß es für Kinder genausowenig wie für Erwachsene wünschenswert ist, in einer überschaubaren Großgruppe zu leben. Kinder brauchen Rückzugsmöglichkeiten. Den ganzen Tag in einer Großgruppe überfordert vor allem die ganz kleinen Kinder und löst Unruhe und Streß aus. Möglichkeiten, sich alleine oder in einer Kleingruppe zurückzuziehen und zu spielen, von einer geschützten Höhle aus zu beobachten, was im Raum passiert, schafft die nötige Ruhe und den Ausgleich für Aktivitäten mit der ganzen Gruppe. Diese Rückzugsmöglichkeiten beinhalten auch, sich der Aufsicht der Erwachsenen ganz oder teilweise entziehen zu können.

Wenn wir an unsere eigene Kindheit denken,haben wir uns nicht auch damals besonders die Spiele fasziniert, die wir im ´´Verborgenen´´ gespielt haben. Wer hat sich keine Höhle gebaut, ist in Nischen, Schränke oder unter die Eckbank geklettert, um von hier aus zwar die Erwachsenen beobachten, aber selbst nicht gesehen werden zu können. Doktorspiele ohne die Aufsicht der Erwachsenen war für mich eines der faszinierendsten Spiele, und ich denke für alle anderen auch. Diese Möglichkeiten sollen die Kinder in unserem Kinderladen schon durch die Planung der Räume bekommen.

Abgeteilte Nischen, Ecken, Höhlen durch Trennstellwände, Tücher, Decken, Rollos etc. sollen zu der täglichen Erfahrungswelt der Kinder gehören, die Möglichkeiten des selbstgewählten Spiels in Kleingruppen beinhalten. Ziehen sich die Kinder zurück, und bauen eine uneinsichtige Höhle, so werden sie von den ErzieherInnen unterstützt und auch alleingelassen, nicht kontrolliert, bis sie von selbst wieder zum Rest der Gruppe finden. Eine andere wichtige Raumerfahrung sehen wir darin, daß die Kinder die Möglichkeiten haben, ihre räumliche Umgebung selbst umzugestalten und zu verändern, um dadurch wieder andere, neue Raumerfahrungen zu machen. Trennwände können umgebaut werden, Tische verrückt und neu zusammengesetzt werden.

Wie in den Räumen des Kinderladens gilt es auch mit dem Außengelände. Die Kinder können sich im Garten frei bewegen, ohne ständig von den Erwachsenen beaufsichtigt zu werden. Genauso wichtig wie der Rückzug sind jedoch Plätze, an denen sich die gesamte Gruppe trifft, um gemeinsam zu spielen, eine Geschichte zu hören, den Tag gemeinsam zu beginnen, zu planen, um ein Gruppengefühl für alle Mitglieder der Gruppe zu entwickeln. Diese Plätze sind die Mitte der Einrichtung, von der aus sich immer neue Kleingruppen mit wechselnden Spielpartnern bilden. Diese Möglichkeit verhindert auch den Ausschluß einiger weniger in Abgrenzung zu den anderen.

Weg vom Sitzkindergarten hin zum Bewegungskindergarten

Kinder haben ein hohes Bewegungsbedürfnis und diesem wollen wir in unserer Einrichtung Rechnung tragen. Das Bewegungsbedürfnis ist ein ganzheitliches, etwas wodurch der ganze Organismus, die Sinne, das Gefühl, der Intellekt des.Menschen angesprochen werden.

Räume sind keine uniform gefüllten Leerräume, sondern selbst Bewegung. Sie müssen Gegensätze widerspiegeln, wie hell -- dunkel, groß -- klein, weit -- eng, hoch -- tief, oben -- unten, gerade -- winklig. Durch den Wechsel und Wandel der Zustände werden Erfahrungen gemacht.

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6. Babies und Kleinkinder

Sie sollten immer nur in solche Positionen gelegt, gesetzt etc. werden, in der sie auch die größte Bewegungssicherheit haben. Ist die Voraussetzung erfüllt, lernen sie ganz von selbst immer den nächsten Schritt.

Rückenlage -- Bauchlage -- Sitzen ... Alle Kinder durchlaufen die gleichen Entwicklungsstufen in der gleichen Reihenfolge, nur nicht zur gleichen Zeit. ErzieherInnen sind aufgefordert, die Kinder hierin zu unterstützen und sie nicht durch gutgemeinte ´´Überforderung´´ in ihrer Entwicklung zu hemmen (z.B. hinsetzen, damit ein Kind mehr sieht, bevor es die Bewegungssicherheit hat und selbst sitzen kann und sich aus dieser Lage nach Belieben auch wieder in die Krabbellage drehen kann).

Umgang mit körperlichen Auseinandersetzungen, Altersdifferenzierung - Auseinandersetzungen gleichaltriger Kinder auch dulden. Bei ungleichwertigen Auseinandersetzungen sich auf die Seite der Schwächeren stellen, immer wieder versuchen, zu anderen Konfliktlösungsmöglichkeiten anzuleiten (z.B. was möchtest du und was möchtest du, und was können wir da machen?). Kinder auch Antworten selbst finden lassen. Kleinkinder sind keine Schmusepuppen für Größere. Auch hier gilt es, sich konsequent auf die Seite der Kleinen zu stellen und den Größeren klarzumachen, daß auch diese ein Recht auf selbstbestimmtes Spiel haben und schmusen nur erlaubt ist, wenn beide Seiten das auch wollen.

Bei extremen Erfahrungen mit aggressiven Kindern werden Gespräche zwischen ErzieherInnen und Eltern geführt, um eventuelle Ursachen zu finden und gemeinsam mit den Kindern andere Ausdrucks- und Durchsetzungsmöglichkeiten zu finden.

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7. Sexualität

Kinder sind sexuelle Wesen und diesem gilt es in unserem Kinderladen Rechnung zu tragen. Körperspiele, Interesse am eigenen Körper und dem des anderen Geschlechts sollen möglich und erlaubt sein. Aber auch hier gilt: die Grenzen setzt das jeweilige Kind selbst und diese sind absolut zu respektieren. ErzieherInner müssen ein Gespür dafür entwickeln und sich bei Bedarf auf die Seiten der schwächeren Kinder stellen und deren Interessen durchsetzen.

Nacktheit ist etwas ganz natürliches und dieses Gefühl gilt es unseren Kindern soweit wie möglich auch zu erhalten. Aufforderungen zum Anziehen müssen objektiv begründbar sein (zu kalt -- Erkältungsgefahr).

Bei Doktorspielen im Verborgenen sind keine Gegenstände erlaubt (Verletzungsgefahr).

Probleme und Fragen, die mit der Sexualität zusammenhängen, sollen im Kinderladen durch Rollenspiele und ehrliches und kindgerechtes Antworten gefunden werden.

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8. Geschlechtsspezifische Sozialisation

Kinder in ihrer Persönlichkeit ernstzunehmen heißt, alle ihre Anteile wahrzunehmen und zu fördern und sie nicht schon früh auf die ihrem Geschlecht zugeschriebenen Fähigkeiten und damit auf ihre spätere Rolle als Mann oder Frau festzulegen. So gesehen gibt es keine Jungen- und Mädchenspiele, sondern nur Kinderspiele.

ErzieherInnen sind dazu angehalten, sich immer wieder dieses Thema bewußt zu machen und bei schon stark rollengeprägten Kindern diese durch Gruppenspiele auch mal zu ermuntern, andere Spiele zu spielen oder andere Rollen einzunehmen (kein Zwang). Wir verstehen darunter aber keinen Umkehrschluß, z.B. Mädchen besonders zu körperlichen Auseinandersetzungen zu ermutigen, die Puppenecke wegzulassen und nur mit Bauklötzen zu bauen, sondern viele unterschiedliche Spiele und Rollen zu gewinnen. Dazu gehören auch Spiele, die sich speziell mit diesem Thema auseinandersetzen, die Rollenverteilung in Frage stellen und neue auszuprobieren.

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9. Waffen und Kriegsspielzeug

Unser Kinderladen ist eine waffenfreie Zone. Eltern werden angehalten, ihren Kindern solche Spielsachen nicht mit in den Kinderladen zu geben. Beim Umgang mit den immer wieder auftretenden peng-peng-Spielen sollen die ErzieherInnen ihre Positionen darstellen, warum sie Probleme mit Waffen haben etc., und die Kinder immer wieder zu anderen Spielen ermutigen. Ein grundsätzliches Verbot dieser Spiele ist wenig hilfreich, denn dann finden die Kinder die Möglichkeit, diese im Geheimen zu spielen und eine Auseinandersetzung mit diesem Thema ist mit den Kindern nicht mehr möglich.

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10. Umwelterziehung

Auch dies ist ein Thema für den Kinderladen. Kinder sollen lernen, eine positive Beziehung zur Umwelt aufzubauen. Müll, wie Plastikbecher etc., kann gesammelt werden und die Kinder können daraus wieder etwas wertvolles herstellen, z.B. Rasseln etc. Glasflaschen, Altpapier und Biomüll können gesammelt und mit den Kindern gemeinsam zum nächstliegenden Container bzw. auf den Kompost gebracht werden. Der Phantasie der ErzieherInnen sind keine Grenzen gesetzt. Ebenso sollen die Kinder im Laufe ihrer Kinderladenzeit die nähere und weitere Umgebung ihres Kinderladens kennenlernen und sich darin auskennen. Auch hier gibt es vielfältige Möglichkeiten der Umsetzung (Leben in Marten etc.).

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11. Einrichtung

Allen o.g. Vorstellungen muß auch durch die Einrichtung und die Auswahl des Spielzeugs Rechnung getragen werden. Bilderbücher mit Mädchen in Hauptrollen gehören genauso zur Ausstattung wie umgekehrt (sind auch mit allen Kindern gemeinsam zu nutzen).

Ebenso wie Bücher zur Sexualität, auf die Welt kommen etc. Gegenstände des täglichen Bedarfs sollen die Kinder benutzen und lernen, damit umzugehen. Sie haben den gleichen Spielwert wie vorgefertigtes Spielzeug.

Naturmaterialien zum Basteln und Bauen ebenso wie Duplosteine. Überhaupt sollen viele Sachen vorhanden sein, aus denen die Kinder selbst etwas herstellen können.

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12. Durchsichtigkeit der Arbeit

Durch regelmäßige Elternabende findet ein Austausch zwischen den ErzieherInnen und den Eltern statt. Desweiteren sehen wir die Möglichkeiten darin,daß Ergebnisse der Kinder aufgehängt oder mit nach Hause genommen werden. Die Vorbereitungen und Planungen von gemeinsamen Festen und Ausflügen tragen auch zu einem Gruppengefühl und zu einem besseren Austausch zwischen Eltern und ErzieherInnen bei.

Bilderbücher, die die Kinder zur Zeit besonders beschäftigen, dürfen über Nacht mit nach Hause genommen werden (eintragen in einen Plan). So sehen die Eltern, welche Geschichten ihre Kinder zur Zeit besonders gerne hören und auch dies trägt ein Stück mehr zur Durchsichtigkeit der Arbeit bei, aber auch für die Kinder zu einer besseren Verbindung zwischen zu Hause und dem Kinderladen.

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