D I E  N E T I Q U E T T E

für die LARP-Mailing-List

Die Netiquette soll Dir helfen, die Sitten und Gebräuche kennen- zulernen, die sich in vielen Mailing-Lists sowie im deutschsprachigen Teil des Usenets (den "de.*"- Newsgruppen) eingebürgert haben. So kannst Du einige der häufigsten Stolpersteine vermeiden.

Dieser Text basiert auf der Netiquette für das deutschsprachige Usenet von Andreas M. Kirchwitz <amk@krell.snafu.de>. Die Netiquette wurde für die Mailing List "Live Action Role Play" auf die Gegebenheiten in dieser Liste umgeschrieben.

Ralf Hüls <gaensekiel@teleute.ping.de> unter Mithilfe von
Christian Folini <christian.folini@unifr.ch>
Fred Schwohl <Fred.Schwohl@ercgroup.com>
Volker "Darkon" Riehl <darkon@gmx.de>

Der Originaltext findet sich unter http://www.kirchwitz.de/~amk/dni/netiquette.


Es folgen einige Tips, wie man die Liste effizient und auch höflich zur Zufriedenheit aller benutzen kann (und sollte):

1. Vergiß niemals, daß auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!

Wenn sie ihre Mails verfassen, denken viele Leute leider nicht daran, daß die Nachrichten nicht von Computern gelesen werden, sondern von anderen Menschen.

Eine Nachricht an die Liste wird nicht nur von einem einzelnen Empfänger gelesen, sondern von allen Mitgliedern der Liste. Laß Dich also besser nicht zu verbalen Ausbrüchen hinreissen.

Bedenke: Je ausfallender und unhöflicher Du Dich gebärdest, desto weniger Leute sind bereit, Dir zu helfen, wenn Du selbst einmal etwas brauchst.

Eine einfache Faustregel: Schreibe nie etwas, was Du dem Adressaten nicht auch vor anderen Leuten ins Gesicht sagen würdest.

2. Erst lesen, dann denken. Noch einmal lesen, noch einmal denken. Und dann erst posten!

Die Gefahr von Missverständnissen ist bei einem schriftlichen Medium besonders hoch. Vergewissere Dich mehrmals, daß der Autor des Beitrags, auf den Du antworten willst, auch das gemeint hat, was Du denkst. Insbesondere solltest Du darauf achten, ob nicht vielleicht Ironie, Sarkasmus oder eine ähnliche Variante des Humors benutzt wurde, ohne ihn mit dem Smiley-Symbol ":-)" zu kennzeichnen.

3. Teile etwas Neues mit!

Deine Mail wird an mehrere hundert Empfänger verteilt. Teile daher etwas Neues mit, wenn Du eine Mail an die Liste schreibst!

Mache Deinen Standpunkt klar, und drücke Dich verständlich aus. Durch schlüssige Argumentation kannst Du von vornherein viele Missverständnisse vermeiden.

Denke aber daran, daß niemand gerne Beiträge liest, die mehrere hundert Zeilen lang sind. Deine Mail sollte kurz und prägnant sein, jedoch ohne daß dabei das Verständnis auf der Strecke bleibt.

Wer eine Signatur unter seiner Mail verwenden möchte, sollte dort etwas mitteilen, das noch nicht aus seiner Mail oder deren Header hervorgeht. Die Signatur sollte maximal 4 Zeilen lang sein.

Unerwünscht sind sogenannte "human gateways". Man sollte nicht seine Aufgabe darin sehen, Artikel aus verschiedenen für jedermann zugänglichen anderen Listen, Newsgruppen, Netzen oder Informationsdiensten (z.B. Z-Netz, T-Online, Videotext, AOL, CompuServe usw.) an die Liste weiterzuleiten.

4. Deine Mails sprechen für Dich - Sei stolz auf sie!

Die meisten Leute im Netz kennen und beurteilen Dich nur aufgrund dessen, was Du in News und Mail schreibst. Versuche daher, Deine Mail leicht verständlich und möglichst fehlerfrei zu verfassen.

Ein Wörterbuch neben dem Rechner mag als Übertreibung erscheinen, andererseits wird ein möglichst fehlerfreier und gut formulierter Beitrag ernster genommen als ein vor Fehlern beinahe unleserlicher oder durch schlechte Wortwahl unverständlicher Text.

Bedenke, daß Dein Anliegen schlecht vertreten wird durch einen Text, der nicht elementaren Anforderungen an Stil, Form und Niveau genügt.

Vielleicht lesen Deine zukünftigen Kollegen oder Dein zukünftiger Chef mit. Vorurteile bilden sich leicht.

5. Nimm Dir Zeit, wenn Du eine Mail schreibst!

Einige Leute denken, es reiche aus, eine Mail in wenigen Minuten in den Rechner zu "hacken". Besonders im Hinblick auf die vorangegangenen Punkte ist das aber kaum möglich. Du solltest Dir Zeit nehmen, um eine Mail zu verfassen.

Vergewissere dich vor dem Schreiben, ob nicht bereits andere eine gleichwertige Antwort verfasst haben. Dadurch kennst Du einen Teil der nachfolgenden Diskussion und kannst vorgebrachte Argumente bei Deinem Beitrag schon berücksichtigen.

Jeder Text sollte vor dem endgültigen Abschicken mindestens einmal vollständig durchgelesen und überarbeitet werden.

Manchmal empfiehlt es sich auch, den Beitrag noch einmal zu überschlafen. Oft stellt sich am nächsten Tag heraus, daß man zu impulsiv reagiert oder eine Beleidigung verfasst hat.

6. Vernachlässige nicht die Aufmachung Deiner Mail!

Durch Groß- und Kleinschreibung wird der Text leserlicher. Absätze dienen der Gliederung und lockern den Text auf. Darüber hinaus sollten Punkte und Kommas selbstverständlich sein.

Eigener und zitierter Text sollten grundsätzlich durch eine Leerzeile getrennt werden. Auf Blocksatz verzichtest Du besser, da unterschiedlich breite Leerschritte das Lesen erschweren.

Du solltest die Breite der eigenen Zeilen unter etwa 70 Zeichen halten, damit auch nach mehrmaligem Zitieren von Text (Quoten) die Standardzeilenbreite von 80 Zeichen nicht überschritten wird. Zudem wissen professionelle Schreiberlinge längst, daß Zeilen mit mehr als etwa 70 Zeichen vom Menschen nur noch mit Anstrengung zu lesen sind (zähle doch einmal die Zeichen pro Zeile in Deiner Tageszeitung).

Weitere grundlegende Hinweise zur Textgestaltung findest Du beispielsweise im Duden (Regeln für das Maschinenschreiben) oder in der entsprechenden DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung).

7. Achte auf die "Subject:"-Zeile!

Wenn Du eine Mail verfasst, achte bitte besonders auf den Inhalt der "Subject:"-Zeile (umgangssprachlich auch "Betreff" oder "Thema" genannt). Hier sollte in kurzen Worten (möglichst unter 40 Zeichen) der Inhalt der Mail beschrieben werden, so daß ein Leser entscheiden kann, ob er von Interesse für ihn ist oder nicht.

Fast alle Mail-Programme fügen bei Antworten ein Kürzel wie "Re:" oder "Aw:" in die Subject-Zeile ein. Da es hier aber keine einheitliche Regel gibt, und der Listenserver automatisch den Zusatz "[Larp]" einfügt, kommt es zuweilen zu langen Wortungetümen im Subject, wie z.B.

Subject: [larp] Re[2]: [larp] Re: [larp] Re: [larp] Re: [larp] Re: So Meisterprüfungen... . *g*

Bitte achte daher darauf, daß Du gelegentlich solche Zusätze aus der Betreffzeile löschst.

In länger dauernden Diskussionen kann es passieren, daß das Thema, über das debattiert wird, vom ursprünglichen "Subject" abweicht. Bitte ändere die "Subject:"-Zeile entsprechend ab. Eine gute Angewohnheit ist es, wenn Du das alte Thema zusätzlich auch noch angibst; bei Antworten auf solche Mails sollte das alte Thema aber entfernt werden. Ein Beispiel:

Bei einer Antwort schlägt Dein Mailprogramm standardmäßig das alte (bisherige) Thema vor:

Subject: Re: Kohlrabi im Vorgarten

Die Diskussion ist aber längst auf das Thema "Erbsen im Treibhaus" abgeschweift. Benutze das spezielle Schlüsselwort "war:" und ändere den Betreff wie folgt:

Subject: Erbsen im Treibhaus (war: Kohlrabi im Vorgarten)

Antworten auf Deinen neuen Beitrag sollten nur noch das Thema

Subject: Re: Erbsen im Treibhaus

erhalten.

8. Verwende Subject-Tags für bestimmte Mails!

Da einige Themenbereiche immer wieder auftauchen, aber nur einen Teil der Leser interessieren, hat es sich eingebürgert, bestimmte Kürzel (oder "Tags") in der Subject-Zeile zu verwenden, um dem Leser schon auf den ersten Blick eine Einschätzung des Beitrags zu ermöglichen. Auf der LARP-Mailing-List sind folgende Tags üblich:

9. Vorsicht mit Humor, Ironie und Sarkasmus!

Achte darauf, daß Du Deine ironisch gemeinten Bemerkungen so kennzeichnest, daß keine Missverständnisse provoziert werden. Bedenke: In einem schriftlichen Medium kommt nichts von Deiner Mimik und Gestik herüber, die Du bei persönlichen Gesprächen benutzen würdest.

Im Netz gibt es für diesen Zweck eine Reihe von Symbolen, die man Smileys nennt; die gebräuchlichsten sind ":-)" und ":-(". Wenn Dir nicht sofort auffällt, was diese Smiley-Symbole bedeuten sollen, lege den Kopf doch einfach auf die linke Schulter und schau noch einmal ... :-)

Für den Leser gilt: Erscheint Dir ein Text missverständlich oder unlogisch, ziehe in Betracht, daß er ironisch oder sarkastisch gemeint sein könnte. Bitte im Zweifelsfall den Autor per E-Mail um eine Erklärung, statt sofort eine Antwort zu posten.

10. Kürze zitierten Text auf das notwendige Minimum!

Es ist eine gute Angewohnheit, kurze Ausschnitte des Textes, auf den man sich bezieht, wörtlich zu zitieren und dem eigenen Text voranzustellen.

Manche Mail-Programme legen es nahe, den eigenen Text über den zitierten Text zu stellen. Diese "Jeopardy"-Mails, bei denen der Leser die Antwort vor der Frage lesen muß, sind unpraktisch und im Allgemeinen unerwünscht.

Mache es Dir zur Angewohnheit, nur gerade so viel Original-Text stehen zu lassen, daß dem Leser der Zusammenhang nicht verloren geht. Zitierter Text (Quote) stellt nur eine grobe Gedankenstütze dar, viel wichtiger ist das, was Du an neuen, interessanten, eigenen Gedanken hinzuzufügen hast.

Zitiere bereits zitierten Text nach Möglichkeit nicht erneut. Statt Text wortwörtlich zu zitieren, kann er auch durch eine kurze in eckige Klammern [] gesetzte Umschreibung ersetzt werden.

Ein Beispiel:

>> Wenn Du eine Antwort schreibst, wird Dir der gesamte
>> Text, auf den Du Dich beziehst, von Deinem Mail-Programm zum
>> Bearbeiten angeboten.
>> [weitere Ausführungen über Mail-Programme gelöscht]
>
> Der Originaltext wird dabei im Allgemeinen durch das Zeichen '>'
> eingerückt (ähnlich wie dieser Absatz), um klar ersichtlich zu
> machen, daß es sich dabei um zitierten Text handelt. Lasse
> zur Übersichtlichkeit zwischen zitiertem und eigenem Text jeweils
> eine Leerzeile Freiraum.

Zitiere nur Text, auf den Du auch Bezug nimmst.

Lasse den Originaltext aber auch nicht ganz weg! Der Leser Deiner Mail hat den Beitrag, auf den Du Dich beziehst, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr exakt in Erinnerung und hat ohne eine Gedankenstütze große Mühe, den Sinn Deiner Ausführungen zu erkennen.

Das Zitieren von Unterschrift oder Signatur ist eine leider weit verbreitete Unsitte und unerwünscht. Die Software des Listenservers erzeugt einen Footer, in dem die notwendigsten Informationen über die Liste enthalten sind. Dieser Footer sollte ebenfalls nicht mitzitiert werden.

11. Benutze private E-Mail!

Wenn Du dem Autor eines Beitrags etwas mitteilen willst, überlege bitte, ob dies eine Bereicherung der laufenden Diskussion ist und auch andere interessieren könnte - oder ob nicht eine direkte E-Mail abseits der Liste besser geeignet wäre.

Ein Beispiel: Hitzige Diskussionen arten manchmal in wüste Beschimpfungsorgien (sogenannte "Flame Wars") aus. Spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, ab dem außer den Streithähnen niemand mehr an der Diskussion interessiert ist.

Auch Hinweise auf Rechtschreibfehler, technische Probleme, offensichtliche Irrtümer oder Netiquetteverstöße tätigt man besser per privater E-Mail.

Es ist normalerweise unhöflich, direkte Antworten per E-Mail auch noch einmal zusätzlich öffentlich zu posten. Man sollte sich entscheiden: entweder direkte E-Mail oder Liste, aber nicht beides.

Generell gilt: Wenn Du etwas mitteilen willst, das auch hunderte andere Leute interessieren dürfte, benutze die Liste. Andernfalls ist eine direkte E-Mail passender.

12. Gib eine Sammlung Deiner Erkenntnisse an das Netz weiter!

Wenn Du eine Frage an die Liste gestellt und darauf Antworten per privater E-Mail empfangen hast, welche eventuell auch andere Leute interessieren könnten, fasse die Ergebnisse (sinnvoll gekürzt) zusammen, und lasse damit auch andere von den Antworten auf Deine Frage profitieren.

Weise von vornherein darauf hin, wenn Du ohnehin eine Zusammenfassung posten willst. Damit vermeidest Du überflüssige Antworten der Art "Bitte poste doch eine Zusammenfassung.", "Bitte sende mir eine Zusammenfassung per E-Mail.", "Send me a copy.", "Me too.", "Add me." usw.

Entsprechend gilt für die Leser: Wenn Du gern möchtest, daß jemand eine Zusammenfassung veröffentlicht, bitte ihn per direkter E-Mail darum, auf gar keinen Fall öffentlich.

Bedenke: Es gilt als unhöflich, in einer Liste, die man nicht liest, nur Fragen zu stellen und Antworten per E-Mail einzufordern. Niemand liest gern Listen, in denen nur Fragen gestellt werden, aber keine Antworten stehen.

13. Achte auf die gesetzlichen Regelungen!

Achte darauf, daß Du mit Deiner Mail keine Gesetze brichst.

Sei vorsichtig beim Zitieren aus urheberrechtlich geschützten Werken. Begehe keine Straftaten. Rufe nicht zu Straftaten auf.

Wenn Du unsicher bist, ob Du die Rechte eines anderen vielleicht verletzen könntest, frage ihn vorher per privater E-Mail, was er von Deinen Absichten hält.

Das Veröffentlichen von privater E-Mail ist - abgesehen von seinen möglichen rechtlichen Konsequenzen - unhöflich und sollte nicht ohne die explizite Einwilligung des Autors geschehen.

Da Deine Beiträge von einem weiten Publikum gelesen werden, sei zurückhaltend mit dem, was Du über andere sagst. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

14. Benutze Deinen wirklichen Namen, kein Pseudonym!

In der Mailboxszene und bei einigen Internet-Anbietern verbergen die Nutzer ihre wahre Identität hinter einem Pseudonym und schreiben manchmal Dinge, die sie sich sonst nicht erlaubt hätten. Aufgrund der negativen Erfahrungen, die viele Leute im Netz mit den Trägern solcher Pseudonyme gemacht haben, solltest Du Deine Mails mit Deinem wirklichen Namen ("real name") versehen.

Pseudonyme bzw. Anonymous-Remailer bieten übrigens keinen Schutz, wenn man dem Netz oder seinen Teilnehmern schaden oder wenn man Straftaten begehen will. Wie bei den meisten elektronischen Medien ist im Ernstfall eine nachträgliche Rückverfolgung möglich.

15. Vorsicht mit Kommerziellem!

Ein gewisses Maß an kommerzieller Information wird im Netz durchaus geduldet. Beispielsweise Adressen von Firmen, die ein bestimmtes Produkt anbieten, nach dem jemand gefragt hat. Als unverschämt gilt dagegen die Verbreitung von reinen Werbeinformationen. Insbesondere dann, wenn ein gewisses Volumen überschritten oder unaufgefordert gepostet wird.

Bedenke: Dies ist ein nicht-kommerzielles Netz, und niemand will die Übertragungskosten für unverlangte Werbung bezahlen.

16. Vorsicht mit Binaries und Multipart-Mails!

Binär-Dateien (Grafik, Musik, ausführbare Programme usw.) sind in der Liste unerwünscht. Statt dessen sollte man auf entsprechende Download-Möglichkeiten via FTP oder WWW hinweisen.

Gleiches gilt für sogenannte "Multipart"-Mails. Manche Mail- Software kodiert den Mail-Inhalt in verschiedenen,alternativen Darstellungsformaten (normaler Text, HTML, LaTeX, Word, usw.), obwohl die meisten Netzteilnehmer nur reinen Text darstellen können. Sei rücksichtsvoll und biete alternative Darstellungsformate besser via FTP oder WWW an.

Zusammenfassung der Dinge, die Du bedenken solltest:


© Ralf Hüls, Andreas M. Kirchwitz, 30.04.2001

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