29.06.2001-01.07.2001 in Rüthen
VERANSTALTER: Kreis Unna (durch Uwe Günther <rincewind@dokom.net>)
LOCATION: Wieder im DPSG Diözesan-Zentrum Rüthen, das ich auch schon in meinem Bericht zu ACL 6 erwähnt habe. Diesmal hatten wir einen anderen Zeltplatz auf dem Gelände, der zwar keinen unmittelbaren Zugang zum Wald hatte, aber auch durchaus akzeptabel war. Der Wald war auch in wenigen Minuten zu erreichen. Auf dem Gelände zelteten gleichzeitig noch zwei oder drei andere Gruppen, aber das Gelände ist so angelegt, daß mehrere durch Begrünung getrennte Lagerplätze entstehen und man kann sich aus dem Weg gehen.
VERPFLEGUNG: Selbstverpflegung. Getränke wurden (teilweise Gratis) organisiert.
PLOT: Der Alchimisten-Orden der letzten Erkenntnis ist auf der
Suche nach dem Elixir des Lebens und benötigt als letzte Zutat
noch die "Quintessenz". Diese wird im Wald bei den fiesen Monstern,
genannt "Uluru"
vermutet. Die Spieler bekommen heraus, daß die Uluru eigentlich
eher friedlich sind, und ein Menschenkind namens Quint aufgezogen
haben. Dieser wilde Mensch trägt die Quint-Essenz (get it?) in
sich und die Alchimisten erwecken den Eindruck, als wollten sie ihn
versaften. Das Dilemma "Einen opfern um Viele zu retten" wird von den
Spielern recht bald zu Gunsten des Einen entschieden, was nicht
zuletzt an der Bürgerinitiative "Mein Gebrechen ist mein Kapital"
einiger invalider Bettler liegen dürfte.
Da wir uns - wie
schon beim ACL 6 - im Feenwald von Scaffold befinden, streift auch ein
Aufräumkommando von drei Feen
durchs Spielerlager, die nach den Ereignissen im letzten Jahr
aufräumen und verstreute Wunschbälle einsammeln, mit
bürokratischer Unnachgiebigkeit von der Fee vom
Dienst angetrieben, die auch den Spielern mit Vorschriften,
Formularen und Pedanterie auf die Nerven
geht.
Unter den Spielern befindet sich als Maulwurf ein getarnter
Händler in Wunderdingen, dem es schließlich gelingt, Quint
in seine Gewalt zu bringen, ohne daß die Spieler Verdacht
schöpfen, worauf diese mit den erzürnten Uluru aneinander
geraten.
KRITIK: Die Organisation ließ nichts zu wünschen übrig. Der Plot war
ein wenig dünn und Uwe hatte sich einiges anders vorgestellt. Die
Spieler haben sich ausnahmsweise mal zu schnell entschlossen, nicht
mit den vermeintlichen Monstern zu kämpfen, dafür wurden die
eigentlich recht umgänglichen Alchimisten sofort für die Bösen
gehalten. Der eigentliche Bösewicht wurde gar nicht enttarnt, bzw. von
den ganz wenigen SC, die Notiz von ihm nahmen, für keine Gefahr
gehalten.
Der Nebenplot der Feen war zu verwirrend, weil Spieler versuchten, ihn
mit dem Hauptplot in Verbindung zu bringen. Insgesamt war den Spielern
offenbar zu wenig klar, worin überhaupt die Problemstellung des Plots
bestand. Darunter litt die Motivation der Spieler. Der Maulwurf konnte
sich bei der überwiegenden Zahl der Spieler gar nicht bemerkbar
machen, und somit auch keine Hinweise auf seine wahre Identität
geben. Auch ich als FvD spielte mangels Interesse bei den Spielern
tatsächlich mehr mit anderen NSC, als mit SC und wurde zum Hauptplot
nicht einmal befragt.
Das sehr heiße Wetter am Samstag Vormittag und das heftige und lange
Gewitter am Nachmittag machten der Motivation endgültig den Garaus.
FAZIT: Uwe selber ordnete in seinem Resumé das Spiel knapp unterhalb des Mittelmaßes seiner bisher elf Veranstaltungen ein, eine Einschätzung, die ich, der ich fünf davon miterlebt habe, durchaus teilen kann. Es war insgesamt nicht so ein großer Wurf, wie die beiden vorigen ACLs, aber es gab auch ein paar schöne Szenen.
Meinen Sonderpreis bekommen Hagen und Onkel Tömmel für
ihre Rollen als Captain
Blackbone und Steuermann
Holemaker.
Die goldene Himbeere geht an Michael aka Verlan
für das Abfackeln des Alchimistenlabors und diverse vermutlich
unnötige lautstarke Regelstreitereien.
© 2001 Ralf Hüls aka Herr Löschpapier, FvD