= LarpMeinung: Charaktertod und IT-Logik =
Ein häufiges Argument gegen die OpferRegel ist die [[InTimeLogik|spielinterne Logik]]. Das Gebot, man solle einen Charakter, den sein Spieler gerne noch weiterspielen möchte, im Zweifel verschonen, widerstrebt vielen, weil sie es für einen Logikbruch halten, nicht alles zu tun, damit z.B. der Feind stirbt.
Zum Einen ist das eine Sache der Trennung von Spieler- und Charakterwissen. Der Charakter wird ''natürlich'' alles daran setzten, seinen Feind zu besiegen. Nur der Spieler läßt das Schlupfloch in seinem Plan, um dem Charakter des anderen eine Chance zu geben. Ich finde es erstaunlich, daß viele Rollenspieler offenbar diesen Unterschied nicht erkennen.
Zum Anderen finde ich es in diesem Zusammenhang immer wieder spannend,
wie oft man mit mehreren Leuten über ein Ereignis auf einem
Con reden kann und völlig gegensätzliche Beschreibungen erhält.
Eine objektive Wahrheit gibt es selbst im wirklichen Leben kaum, wie
zahlreiche Beispiele von Unfallprotokollen verschiedener Zeugen zum gleichen Unfall zeigen.
Da sieht man, wie sehr "Wahrheit" schon im "richtigen" Leben von der Wahrnehmung abhängt.
Jetzt erwartet man, daß es eine "Logik" in einer Welt gibt, die
zu einem nicht unbeträchtlichen Teil fiktiv ist und in der ein
guter Teil des Erfahrbaren nur aus Schilderungen oder Erläuterungen
der SL oder der Magietheorie und Kosmologie, die jeder Spieler sich
selbst zurechtgedichtet hat, entstammt?
Sicher, es gibt "eindeutige" Fälle. Wer nackt in eine Phalanx von Dämonen
springt, ist Toast. Kein Verfechter der Opferregel wird da widersprechen.
Aber es gibt Fälle, wo das "Logische" einfach Interpretationssache ist
und verschiedene Leute zu verschiedenen Ergebnissen kommen
könnten, was denn "logisch" sei.
Manchen Fällen wird die Regel "wer regelkonform abgelegt wurde,
ist tot" eben nicht gerecht.
Ich bin auch nach wie vor der Meinung, daß die Auswirkung der OpferRegel
auf das Töten größer ist, als die auf das Sterben. Wenn ich befürchten
muß, daß ein unplausibler Tod von meinem Opfer abgelehnt wird, dann
überlege ich mir zweimal, ob die Tötung, die ich vorhabe, wohl auch
für das Opfer "logisch" ist, oder ob das nur ''meine'' Wahrnehmung ist.
Daher glaube ich, daß auch die Opfer bereitwilliger den Tod
akzeptieren würden.
''RalfHüls'', 12.10.2003
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Siehe auch TodesStossOT
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