Oktober 1991 bekamen wir das Zweite Pflegekind
Jaqueline war zu der Zeit 9 Monate alt.
Sie schlief 18-20 Stunden am Tag.Auch
hier bekamen wir nur die Mitteilung
wegen Verwahrlosung.Außerdem
sollte die Kleine nur 1 Jahr bei
uns bleiben und dann wieder zurück
gefürt werden.Es folgten für
alle Beteiligten schwere Monate.
Die Eltern erschiene mal oder
auch nicht.Die Kleine mußte ins
Krankenhaus,weil sich an ihren
Schlafgewohnheiten nichts geändert
hat.Hier stellte man dann fest das
sie unter einer schweren Rachitis
litt und der Leber und des Kopfumfanges
warscheinlich ein Alkoholiker Kind
sei.Das bestätigte sich später
auch.Außerdem litt sie unter
einem defekt im Imunsystem.Sie mußte
dann ein Jahr lang starke Medikamente
nehmen.Jaqueline ihre Essgewohnheiten
waren schrecklich.Sie stopfte alles in
sich hinein und a&szli; sogar Blumenerde
und Blätter.Sie kaute auch nicht
sondern schluckte alles nur runter.
Während dieser Zeit haben sich die Eltern
überhaupt nicht gemeldet.Nach 2 Jahren
meinten die Eltern dann sie Können nun
das Kind wieder zu sich nehmen.Das
Jugendamt sagte aber das dieses nicht
so ginge.Erst einmal müßten wieder
Besuchskontakte laufen und dann würde
man weiter sehen.Da dieses kurz vor
Weihnachten war,haben wir dem Jugendamt
mitgeteilt das wir dafür aber erst
im Januar bereit wären.Damit waren
die Eltern nicht einverstanden und teilten
dem Jugendamt ihrerseits mit;"Wenn wir das
Kind nicht sofort zurück bekommen dann
könne das Blag bleiben wo der Pfeffer
wächst."Daraufhin hörten wir nichts
mehr von den Eltern.Jaqueline entwickelte
sich eigentlich prima.Ihr Sprachlicher
gebrauch war erstklassig.Sie konnte sich
viel merken und lernte eigentlich schnell.
Das einzige was wir nicht so toll fanden
war ihre Männer bezogenheit.(Dieses
legte sich auch in den Folgenden Jahren nicht.)
Sie kam dann mit knapp 5 Jahren in den
Kindergarten.Dort fiel auf das sie alles
gemieden hat was mit Malen und Basteln zu
tun hat.Leider nicht den Erzieherrinnen.
Jaqueline spielte nur in der Puppenecke.
Bei einer Untersuchung stellte sich dann
herraus das sie grobe Störungen in der
Feinmotorik hatte und unter Gleichgewichts-
störungen litt.Es folgten also Ergotherapien
und Krankengymnastik.Mit knapp 7 Jahren mußten
wir dann einen Schuleignungstest machen lassen.
Dort teilte man uns mit das die kleine Schwerst
Lernbehindert sei.Dieses wollten wir natürlich
nicht wahr haben und schickten die kleine erst
einmal in die Vorschule.wir waren ja der
Meinung das bei ihr nur eine Entwicklungs-
verzögerung vorlag.Na ja Heute sind
wir schlauer.In der Vorschule wurden wir
darin Unterstüzt das Jaqueline eine
normale Regelschule mit Intgrationsunterricht
besuchen könne.Sie wurde also in eine
normale Schule eingeschult.Nach drei Monaten
sahen wir und die Lehrer aber das Jaqueline
dort nicht mitkam.Sie lernte nämlich
alles Auswendig.Das hieß sie hörte
sich alles von den Schülern ab und
gab dieses dann nur weiter.Also wurde sie
getestet und wir kamen zu der Überzeugung
das sie an einer Schule für Lernbehinderte
besser Aufgehoben sei.Im laufe des folgenden
Jahres wurde Jaqueline immer Agressiver
sowohl in der Schule als auch zu Hause.Wir
schaltetn eine Psychologen ein.Sie wollte
nun auch ihre leiblichen Eltern kannenlernen.
Diesen Wunsch haben wir ihr natülich
nicht verwehrt.Es fand dann ein Besuchskontakt
statt.Danach wollte sie von Ihren Eltern erst
mal nichts mehr wissen.Vor drei Jahren haben
wir uns dann dazu entschloßen die Kleine
in der Kinder und Jugendpsychiatrie untersuchen
zu lassen.Dort stellte man nun fest das sie
nicht Lern.-sondern Geitig Behindert ist.Das
Agressive kommt von der ständigen
überforderung.Das hieß nun wieder
ein Schulwechsel.Nun Besucht sie die Schule
für Geistig Behinderte und kommt da
prima klar.Heute ist sie 13 und steht auf
dem stand eine 4-5 järigen.Wir freuen
uns ¨ber alles was sie dazu lernt.Sie
braucht einen gut geplanten Tagesablauf
der dann auch nicht mal eben umgeworfen
werden darf.Jede Änderung bedeutet
Streß f¨r das Kind und uns.Sie
wird dann sehr Agressiv und ist mit den
Situationen total Übrfordert.
Hilfe vom Jugendamt gab es hier keine.Sie
waren der Meinung das wir halt zwei
schwierige Kinder haben und nun zu sehen
müßten wie wir damit fertig
werden.Auch bei Jaqueline gibt es immer
wieder Rückfälle.Sie fängt
dann wieder an zu schlingen,schluckt die
Sachen ohne zu kauen runter oder bunkert
in ihren Schränken Nahrungsmittel.
Im Familienkreis,dei Bekannten,Freunden
und den Nachbarn hatte ich dann immer
das Gefühl alles Erklären zu müßen.
Wir sind ständig aufgefallen.Es gab
dann oft die gut gemeinten Ratschläge.
"Hau denen mal richtig den Hintern voll.Wenn
man keine Kinder Erziehen kann sollte man
sie auch nicht in die Welt setzen.Zu Hitlers
zeiten wäre so etwas in die Gaskammer
gekommen."Und oft noch härtere Sprüche.
Heute habe ich mir das Erklären abgewöhnt.
Unsere Familie und der ängste Freundeskreis
weiß darüber bescheid. Die anderen
sollen lernen das es eben auch Menschen gibt
die anders sind.Ich habe es einfach satt immer
sagen zu müssen dieses oder jenes hat
das Kind,und das alles nur damit die Leute
anders darüber denken.Mitleid ist
nämlich auch nicht das was die Kinder
brauchen.Auch das mußten wir uns
schon so oft anhören."Die Armen Kinder.
Nein das es so was noch gibt."Reaktion unserer
Kinder war dann die Frage;"Mama warum sind wir
Arme Kinder?"Was soll man da noch sage??
Es ist doch Traurig das wir alle immer noch
in eine Schablone passen M¨ssen.Das
Gedächnis von Albert Einstein.Die Figur von
einem Moddel und das benehmen von einer Königin.
Ich kann unseren Jungen sehr oft verstehen
wenn er sagt die Erwachsenen haben sie nicht
mehr alle und vertrauen kann man denen sowiso
nicht.Wennn er sagt was ist das für eine Welt?
Wenn er sagt ich schäe mich Deutscher zu
sein.Denn nirgends ist die Gewallt gegen Kinder
so groß und in keinem anderen Land
die Kinderfeindlichkeit so groß
geschrieben.Leider können wir nichts von
alledem Rückgängig machen,wir
können ihnen nur helfen damit fertig zu
werden und geschehenes zu verarbeieten.Leider.
Aber so lange die Erwachsenen nicht anfangen
um zu denken wird sich wohl nie was ändern.