In einem alten Koffer wurden im Verlauf der Seminare Bücher
Schallplatten und Medien gesammelt und weitergegeben, um auch
eine intensive Beschäftigung mit diesen Themenbereichen zu ermöglichen.
New York als die wohl ungewöhnlichste Stadt der Vereinigten
Staaten, die als kleine holländische Kolonie unter Peter Styvesant
erstmals zu einer blühenden Siedlung heranwuchs, um bald als
Nadelöhr in die Neue Welt nach einer kurzen, ungeheuer komprimierten
Geschichte der Stadentwicklung und des Bauens zu dem zu werden,
was sie heute ist, eine gigantische Metropole, die alles hat
und doch nie genug bekommt, wird uns einerseits als relativ
junges und doch tausendfältige Stadtbild besonders interessieren,
uns aus Hildesheim, einer vor fünfzig Jahren eher zurückhaltend
wiederaufgebauten Stadt, deren tausendjährige Geschichte man
nur erfährt, wenn man weiß, wo der Rosenstock steht. Andererseits
werden wir der Moderne begegnen, die einst als treibende Kraft
von Europa kommend später zur Rettungsinsel der in jenem schrecklichen
Selbstverstümmelungsakt des Dritten Reiches vertriebenen Avantgarde
wurde, und die wieder nach Europa, und dort besonders in den
Wiederaufbau Deutschlands zurückwirkte. Wir werden Frank Lloyd
Wright ebenso gegenüberstehen wie Ludwig Mies van der Rohe,
den New York Five ebenso wie Phillipp Johnson und Helmut Jahn,
und natürlich all' den Skyscrapern ohne die auch die Silhouette
der Mainmetropole nicht denkbar wäre.
Die Reise selbst hat uns nun für kurze Zeit zu Auswanderern
gemacht, als "Remigranten" ist das eingetreten, was wir uns
erhofft hatten, nämlich nicht nur für unser generelles Verständnis
von Architektur und dem ewigen Experiment Stadt, sondern vielleicht
auch für uns selbst um eine wirkliche 'Erfahrung' - der wörtlichen
Übersetzung des Wortes 'Exkursion' - reicher zu sein.
Prof. Bernd Echtermeyer
Prof. Martin Thumm
Die Exkursion wurde geplant und durchgeführt von Prof.
Martin Thumm, Dipl.-Ing Thomas Kauertz und Prof. Bernd Echtermeyer