Die Lehrperson ist durch ihre vielen Funktionen einer widersprüchlichen Situation bezüglich der Bewertung ausgesetzt. Auf der einen Seite muss die Lehrperson aufgrund eines hohen Entscheidungs- und Handlungsdrucks schnelle, effiziente Bewertungen von Situationen, z. B. zur Gefahrenabwehr, vornehmen. Auf der anderen Seite gilt die Bewertung im Bereich Unterrichten und Beraten als ausgesprochener Gesprächsstörer.
Der Schwerpunkt Fortbildung liegt in der Situations- und Verhaltensbewertung und ausdrücklich nicht in der Leistungsbewertung (Notengebung), die ein eigenes, wichtiges und schwieriges Thema der Lehrertätigkeit darstellt.
In diesem Seminar werden zunächst die Hintergründe bzw. das Bedürfnis für die Bewertung von Situationen und Tätigkeiten benannt. Anschließend wird die Wirkung auf das Gegenüber betrachtet, um die Perspektive zu erweitern. Die Teilnehmer sollen befähigt werden, eigene Bewertungen, die zum Teil sehr gut im täglichen Sprachgebrauch versteckt sind, wahrzunehmen.
Schließlich sollen (scheinbar) eindeutige Bewertungen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden, mit dem Ziel, einen neuen verblüffenden Blick auf diese zu erlangen.